Olivenhaine

Olivenhaine:
Anfang Mai 2007 haben wir vier Olivenhaine übernommen (total ca. 300 Bäume). Inzwischen sind einige neu dazu genommen und die Anzahl der Bäume ist jetzt etwa doppelt so hoch. Die meisten der Olivenhaine lagen zwischen zehn und zwanzig Jahren brach. Unsere 200-300 jährigen Olivenbäume sind alle von der Sorte Taggiasca, die typisch ist in der Provinz Imperia. Sie befinden sich an verschiedenen Standorten zwischen 250-500 Meter über dem Meer.
Wir sind daran, die Höhe der Olivenbäume zu reduzieren, da die Arbeit an so hohen Bäumen schwierig und gefährlich ist. Zwischen den Bäumen lassen wir alles wachsen, was wachsen will. Nur Brombeerstauden und Kletterpflanzen haben es bei uns schwer. Immer wieder werden sie gestutzt, damit ihnen das Nachwachsen verleiden soll.

Arbeitsweise:
Unsere Erfahrung mit den Olivenbäumen hat gezeigt, dass folgende drei Punkte wichtig sind für eine gesunde Natur und somit auch für eine möglichst gute Qualität des Olivenöls: der Baumschnitt, die Biodiversität und "la passione".

1. Baumschnitt:
Beim immergrünen Olivenbaum entfernen wir als erstes die Wasserschosse, damit die Vegetationskraft nicht unnötig ins Holz treibt. Dann dünnen wir die nach aussen hängenden Fruchttriebe aus und schneiden alle nach innen, zum Stamm wachsenden Äste weg. Der Olivenbaum lebt von Licht, Luft und Wärme. Darum müssen wir dafür sorgen, dass der Baum nicht verbuscht und jedes Zweiglein unbeschattet und freistehend dem Wachsen frönen kann. Wir versuchen, den Bäumen die Form eines Kelches zu geben. Die abgeschnittenen Äste und Zweige häckseln wir vor Ort und verteilen das Häckselgut auf den Terrassen.

2. Biodiversität, die Vielfalt des Lebens:
Dazu gehört die Mannigfaltigkeit der Tiere, Pflanzen und Pilze. Verschiedene Lebewesen bilden Lebensgemeinschaften, in denen sie sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind. Auch der Mensch ist Teil der Biodiversität und auf die Vielfalt des Lebens angewiesen.
In der Arbeit in den Olivenhainen haben wir gelernt, auf diese Lebensgemeinschaften zu achten und sie einzubeziehen. Die Olivenbäume stehen auf teils schmalen Terrassen, die mit allerlei Pflanzenarten bewachsen und mit vielen verschiedenen Tierarten belebt sind. U.a. wachsen sehr viele Leguminosenarten. Leguminosen binden Stickstoff an ihren Wurzeln und stellen ihn anderen Pflanzen zur Verfügung. Ausserdem lockern sie den Boden, in dem die abgestorbenen Wurzeln feine Gänge im Boden hinterlassen. Nach der Blüte der Wiesenpracht mähen wir einen Teil der Terrassen, vor allem rund um die Bäume ab, um nicht im meterhohen Grün arbeiten zu müssen. Den anderen Teil lassen wir als Lebensraum vorerst stehen, mähen ihn erst vor der Ernte, damit wir die Netze auslegen können.
Die Terrassen sind mit alten Trockenmauern gestützt, die durch mangelnde Pflege, Wetter und Wildtiere langsam zerfallen. Mit dem Unterhalt und Wiederaufbau der Mauern wollen wir auch den vielen Kleintieren die Möglichkeit geben, einen für sie idealen Lebensraum vorzufinden.

3. La passione:
Unsere Leidenschaft, unsere Freude, Achtsamkeit, Dankbarkeit und Liebe in der täglichen Arbeit mit, unter und in den Olivenbäumen.